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Die Drei gingen durch die Wüste, eher gesagt Garr wusste den Weg, Bary und Ayu folgten ihm.
Die Wüste war der Inbegriff aller Wüsten; sie war riesig und schien sich in alle Richtungen Zeons bis zum Himmel zu erstrecken. Weiß, grell, konturlos, abgesehen vom schwachem, dunstigen Schimmer der Berge im Westen, welche sich am Horizont abzeichneten, und dem Teufelsgras, das süße Träume, Alpträume, Tod brachte.
Gelegentlich wies ein Grabsteinzeichen den Weg, denn einstmals war der verwehte Pfad, der sich seinen Weg durch die dicken Salzkrusten bahnte, eine Straße gewesen.
Er schlürfte seine müden Füße vor sich hin. Schritt für Schritt. Achtete nicht auf ihn oder auf sie, seine Begleiter. Das einzige Leben um ihn rum wie ihm schien, bemerkte er auch fast gar nicht mehr. Seine Gedanken schweiften ab ..
"Mephi .. !"
"Mephii ..?"
Ein entferntes Lachen drang ihm ins Ohr.
"Mephi ..!!" sagte er mehr zu sich selbst. "Das ist nicht lustig."
Die Dunkelheit um ihn herum machte ihm mehr Angst als er offen eingestehen würde.
Bary ging ein paar Schritte, tastete sich einen Weg durchs Nichts.
Die beiden Jungs, damals vielleicht gerade mal ins Bubenalter gekommen waren unzertrennlich. Freunde seit sie denken konnten.
"Solche Streiche waren typisch für ihn" dachte Bary. "Er will mir nur Angst machen."
"Mephi .. hörst du? Ich habe keine Angst! Und ich finde den Weg auch ganz bestimmt ohne dich!" rief er in die Leere.
Das die beiden sich hier aufhielten, in einem der leeren, baufälligen Gebäude nahe des alten Palais der Wüstenstadt Mibu war typisch.
Es gab viel zu entdecken für so zwei Freunde, die nichts in der Elternstube hielt, egal zu welchem Wetter und Jahreszeit.
Bary schluchzte.
"Du bist schlimmer als Ayu." schallte Mephistos Stimme plötzlich hinter Bary.
Wütend sah er ihn an. "Sag sowas nicht, das ist nicht wahr."
Mephi lachte.
"Komm ich will dir was zeigen."Er nahm ihn bei der Hand und ging durch die Dunkelheit als würde ihm etwas unsichtbares den Weg erleuchten.
"Was wirst du mir zeigen?" fragte Bary neugierig.
"Fantastisch, du wirst es sehn." zischte Mephisto.
Der agile Junge bewegte sich tatsächlich in der Dunkelheit fast noch viel sicherer als am Tage. "Nicht so schnell, ich kann nichts sehn Mephi." keuchte Bary als er fast über etwas fiel was im Weg zu liegen schien.
Mephisto hielt inne und dreht sich zu seinem Freund um. "Bary .." begann er. "Hast du eigentlich sowas wie einen Traum?"
Stille.
Bary überlegte eine Weile. "Hmm .. nein, eigentlich nicht, du etwa?"
"Na kla." antwortete der Junge. Er lief voraus.
Am unteren Ende des Gebäudes schien der Mond hell durch die aufgebrochene Eingangstür.
"Warte Mephi .. erzählst du ihn mir?" schrie Bary seinem Freund nach und lief jetzt selber in die Richtung die er vorgab.
Sie führte entlang der Fassade des Gebäudes zu einem weiteren.
Er verlor ihn kurz aus den Augen, blieb stehn und sah sich um.
Dann bemerkte er seinen Freund vor etwas sitzen.
Als er ihn erreicht hatte starrte er in eine Art Loch. Bary hielt ein wenig Abstand. "Was ist das?" frage er.
"Komm her, du musst ihn dir ansehen." flüsterte Mephisto kaum hörbar.
Die Dunkelheit war außerhalb des Gebäudes für ihn nun auch erträglich und der Mond warf sein Licht günstig.
Bary trat vor die Grube und kniete neben seinen Freund der etwas aus ihr hob.
"Wahnsinn, oder? Mit dem wurde bestimmt jede Menge Blut vergossen" flüstere er.
Was Bary sah war ein Revolver. Der Griff war aus gelblichem, fein gemaserten Sandelholz. Der Lauf schien aus schwerem Silber. "Aber weist du was noch viel spannender ist?" fragte Mephisto während an seiner Hosentasche zupfte.
"Patronen" platze es aus Bary heraus.
Mephisto zog eine Art kleine Gürelschlaufe aus der Tasche in welcher Messinghülsen steckten welche im Mondlicht heliografisch funkeltelten.
"Sie gehört jetzt mir."
Sein Freund stand auf und zielte mit der Waffe majestetisch hin und her. "Seit wir klein sind haben wir immer davon geredet irgendwann mal eine richtige Waffe zu besitzen und in die Armee einzutreten, weist du noch?!" Jetzt richtete er den Lauf des Revolvers direkt auf Bary.
"Lass uns zusammen diesen Traum wahr machen!"
Er wusste nicht warum er sich ausgerechnet jetzt daran erinnerte. 
22.12.08 22:13
 


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